Dienstag, 1. September 2009

Wer hat die größten Eier?

27.04.09 Tag X
Wer hat die größten Eier?
Wir schreiben das 21. Jahrhundert. Es ist der 27. April 2009. Die Frage, ob das Huhn oder das Ei zuerst war, interessiert jetzt keinen mehr. Wir fragen uns: Wer hat die größten Eier??
Der Kuckuck legt kleine, dafür bunte Eier. Hühnereier stellen für ein Kind eine ordentliche Portion dar. Gänseeier sind immerhin etwas größer. Doch das Ei eines Straußes übertrumpft sie alle! Gigantische 20-25 Hühnereier braucht man, um dem gleichen Inhalt eines einzigen Straußeneies, das in seltenen Fällen bis zu 2,5kg wiegt und nicht ganz die Größe eines Footballs erreicht, zu entsprechen.
Interessant ist, dass die Eier des afrikanischen Straußes zu den größten Eiern der Welt gehören, jedoch in Relation von Ei- und Körpergröße mit die kleinsten sind. Denn männliche Strauße werden bis zu 3m hoch, erreichen ein Gewicht von ca. 160kg, davon sind jedoch gerade einmal 30-40kg genießbares Fleisch. Wie grausam, mag ein mancher jetzt denken, dass ich erst die Faszination die von diesen Tieren ausgeht in den Vordergrund stelle, um nun auf ihren Verzehr und die damit verbundene Tötung dieser Lebewesen kommen. Doch natürlich sind mir diese Tiere nicht mitten in Kiew, auf den Kastanienbäumen, sprich in „freier Wildbahn“ begegnet (es sei angemerkt, dass diese größten Vögel unserer Erde nicht fliegen, dafür aber Geschwindigkeiten von kurzfristig bis zu 80km/h erreichen können, weshalb das mit „auf den Kastanienbäumen“ nicht ernst zu nehmen ist), nein, wir besuchten heute eine Straußenfarm!
Während einer sehr interessanten Führung wurden wir immer wieder von den neugierigen Tieren zum Lachen gebracht. So wurden wir gebeten, einen Mindestabstand von einem Meter oder mehr zu den Zäunen einzuhalten. Da die Tiere alles sehr genau untersuchen wollen, besonders glitzernde Dinge. Während wir also Abstand hielten, wurde unsere Führerin immer wieder von ihr in den Rücken fallenden Straußen attackiert, die besonders auf ihre Uhr aus waren.
Einen Strauß zu reiten, was ich sehr gerne getan hätte, war leider nicht möglich. Mir einen für ca. 1000$ zu kaufen war mir leider - in Angesicht einer weltweiten Wirtschaftskrise -, die man hier besonders stark erfährt, da die Schwellenländer jene noch viel stärker zu Spüren bekommen als z.B. eine Weltwirtschaftsmacht wie Deutschland (so befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Haus in dem ich wohne viele unvollendete Villen, was sich mit der Finanzkrise erklären lässt), zu teuer. Ein beachtlicher Betrag für diese Tiere, doch uns wird so gleich erklärt, dass absolut alles (nicht nur das Fleisch) dieser Tiere weiter verarbeitet wird. So sei Straußenleder inzwischen begehrter als Krokodil-Leder. Naja, wer darauf steht...
Quasi als Ersatz für das nicht verpasste Straußenreiten zog es viele aus der Austauschgruppe, darunter zwei mutige Lehrerinnen, ganz nach dem Motto „gleich und gleich gesinnt sich gern“ auf ein Kamel. Auch ich kam in den Genuss dieses ungeheuren „Wackel-Vergnügens“.
Nach der Besichtigung trieb es uns auf einen in der Nähe gelegenen Spielplatz, wo wir uns so gleich austobten. Ein waschechter Abenteuerspielplatz, die Geräte (geschätzt anno 1946) ließen mit jedem Ächzen den Adrenalinspiegel in die Höhe schießen. Unsere verantwortungsbewussten Lehrpersonen konnten dies nicht weiter tatenlos mit ansehen, also ging es mit zwei gut gefederten Kleinbussen über eine mindestens genauso abenteuerliche Landstraße (das Wort „LAND-Straße“ bekommt hier eine ganz neue Bedeutung) wieder zurück in der Schule, an den Ort, an dem alles begann.
Auf jeden Fall war die Exkursion für alle ein sehr spaßiges und auch interessantes Erlebnis. Nachdem wir uns abermals in der Restaurant-Mensa verwöhnen ließen, durften wir einer weiteren Aufführung, die von Schülern der Schule vorbereitet wurde, beiwohnen. Diesmal stand eine moderne Fassung des altbekannten Märchens „Rotkäppchen“ auf dem Plan, welches als Musical ausgeschrieben war. Die Neuinterpretation mit einem Mädchen mit roter Baseballkappe und bösen Gangstern, die im Wald lauerten, ist definitiv gut gelungen. Wie mittlerweile gewohnt, war auch dies ein ereignisreicher Tag.
Viele Grüße aus der nördlichen Ukraine,
Daniel K.

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