Sonntag, 23. August 2009

Ganz großes Kino – diesmal in der Oper!

19.04.09 Tag II

Ganz großes Kino – diesmal in der Oper!

Bis spät in die Nacht schrieb ich an meinem ersten Bericht und noch viel länger dauerte es, bis ich endlich einschlafen konnte. Das ungewohnte Bett und die vielen neuen Dinge ließen mich nicht schlafen. Nicht sehr spät widerum war es, als ich aufwachte – leider.

Nachdem ich gestern einfach drauf los geschrieben habe, hier erstmal ein paar Informationen über unseren Austausch: Die Europaschule arbeitet dabei mit einer Privatschule, die sehr exklusiv im Stadtzentrum gelegen ist, zusammen. Hat man nichts zu tun und möchte sich einen Überblick verschaffen, wie viele Schüler diese Schule zu bieten hat, kann ich dies nicht als langfristige Freizeitbeschäftigung empfehlen, da man bei ca. 200 im nüchternem, Drogen freien Zustand schon zu Ende gezählt haben sollte.

Die Schule ist aber nicht nur klein, sondern auch teuer. Da es sich hier um eine Privatschule handelt, liegt es an den Erziehungsberechtigten das Schulgeld aufzubringen. Dies sollte dem ein oder anderen erklären, warum es heute schon wieder Kaviar zum Frühstück gab – diesmal auf Pfannkuchen.

So begann also mein Tag. 6Uhr aufgewacht, drei Stunden die Zeit totgeschlagen, extravagant gefrühstückt, um anschließend in den Genuss einer Stadtführung zu kommen. Unsere Gasteltern hatten einen kleinen Bus, sowie einen deutschsprachigen Führer gemietet. Wir besichtigten ca. zehn der über 50(!) Kirchen aus direkter Nähe, die Regierungsgebäude, diverse Statuen und noch viel mehr. Unser Reiseleiter war gut verständlich, wusste auch auf kritische Nachfragen gute Antworten zu geben und machte auf mich einen sehr positiven Eindruck. Wir wurden mit Informationen überflutet, obwohl er sich auf die wichtigsten Dinge beschränken wollte. Alles behält man nie, aber einige interessante Fakten habe ich mir (bis jetzt) gemerkt.

Die vielen Stunden in denen wir nicht nur Auto fuhren, sondern auch zu Fuß unterwegs waren vergingen schnell und machten hungrig. Nett, dass wir in ein edles, stilechtes Restaurant eingeladen wurden, was mir schon bei Nahe unangenehm war.

Doch das eigentliche Highlight des Tages bestand in dem Besuch des Opernhauses. Ganz unten, in der zweiten Reihe saßen wir und durften über zwei Stunden lang das russisch-/ukrainische National-Ballett mit ihrer Vorführung des berühmten Schwanensee (Swanlake) bestaunen.

So etwas kenne ich nur aus dem Fernsehen, das live aus direkter Nähe zu erleben war eine besondere Ehre. Ich konnte dem Dirigenten, der das Orchester koordinierte, direkt über die Schultern schauen.

Hier trafen wir dann in der Zwischenpause auf Frau Meyer und Herrn Schmidt, sowie ein weiteres deutsches Kind mit ihrer Austauschpartnerin. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Nach diesem Tag bin ich so müde, dass ich gleich mit nahezu an unendlich grenzender Wahrscheinlichkeit gut und sicher schlafen kann.

Gute Nacht aus Kiew,

Daniel K.

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