Montag, 31. August 2009

Wochenende in Kiew

25.+26.04.09.Tag VIII und IX
Wochenende in Kiew
Ich blicke zurück auf eine ereignisreiche Woche. Endlich ausschlafen, durchatmen und erholen, dachte ich. Und so meine Erwartungen an das Wochenende. Doch, wie so oft, kam es anders als geplant. Ausschlafen konnte ich bis immerhin 10Uhr.
Danach hieß es aufstehen, duschen, frühstücken und ab in den Zirkus. In den Zirkus? Wer jetzt an bunte Zelte, unlustige Clowns und im Kreis jagende Pferde denkt, der war noch nie im ukrainischen Nationalzirkus. Auch ich war schon einige Male in größeren Manegen zu Gast, doch was ich hier erleben durfte, überragte alles, was ich bis jetzt in dieser Hinsicht gesehen hatte. Im Gegensatz zu den bei uns weit verbreiteten (im wahrsten Sinne des Wortes) Wanderzirkussen, hat der ukrainische Zirkus einen festen Sitz, mitten in der Hauptstadt. Bereits das kolosseumartige Bauwerk strahlt etwas Mächtiges, Überragendes aus. Wir schreiten die Stufen empor und blicken in eine noch ehrfürchtiger anmutende Eingangshalle. Wahrlich wie eine Arena, oder wie ein überdachtes Kolosseum, kommt es mir vor. Das hungrige Publikum klatscht begierig, als die Akteure, vom Orchester begleitet, die Manege betreten.
Dies ist der Beginn einer atemberaubenden, zusammenhängenden Show. Letzteres hat mich besonders beeindruckt. Die Übergänge waren absolut harmonisch. Die Umbauarbeiten werden von Gags, Tanzeinlagen und interaktiven Programmen geschickt in den Hintergrund gedrängt. Niemals wirkt die Vorstellung „hackig“ oder unterbrochen. Nein ganz im Gegenteil: Die zwei bis drei Stunden fließen schnell an mir vorbei. Dressierte Tiger, mit „Frauchen“ kuschelnde Löwen, springende Hunde, mit Feuer jonglierende Katzen, Stachelschweine und noch viel mehr Tiere beglücken das Publikum. Hunde, Katzen und Schweine hören sich nicht sehr exotisch an, doch was diese leisteten ist unvergleichbar, einzigartig und leider schwer zu beschreiben.
Doch dies alles wurde übertrumpft von den artistischen Meisterleistungen, die ihres Gleichen suchen. Gleich zu Beginn wurden Menschentürme gebildet, indem ein Artist auf den anderen katapultiert wurde. Sicherheitsseile oder ähnliche Instrumente waren nicht erkennbar. Die Akteure müssen sich voll auf ihre Kameraden verlassen können. In schwindelerregender Höhe fliegen Akrobaten umher, vollführen kunstvolle Überschläge – unter ihnen nur ein grobes Netz. Das Publikum ist sichtlich angespannt. Das hier ist live! Kein TV, keine Aufnahme irgendeiner Art, das geschieht hier und jetzt, vor meiner Nase. Alles kann passieren und es passiert. Ein Akrobat verfehlt seinen „Auffänger“, ein Raunen geht durch das Publikum, die Menge jubelt als er sich nach seiner Netzlandung wieder erhebt. Er begibt sich wieder auf die 15m über ihm liegende Plattform. Das erste Mal spüre ich eine leichte Anspannung bei einem der professionellen Akteure. Sein Partner hat ihn nicht gefangen, er ist unsicher, denn dieser Fehlschlag hat sein Vertrauen geschwächt. Doch er probiert es wieder und erntet einen gigantischen Beifall von dem berauschten Publikum, als er dieses Mal sein Ziel erreicht. In diesem Moment hat wohl nicht nur er, sondern das ganze Publikum durchgeatmet. Absolut sehenswerte Akrobatik. Das ist Weltklasse!
Nach der Vorstellung wurde ich Augenzeuge eines weiteren Spektakels. Einige Jungen aus der Austauschgruppe demonstrierten ihre geistige Entwicklung, indem sie mit bunten Leuchtstäben die epischen Gefechte aus den Star-Wars-Filmen nacheiferten. Die Versuche sahen weniger akrobatisch aus, waren dafür aber umso amüsanter.
Doch weiter ging es im Programm. Nach einem Stadtspaziergang, vorbei an der Wladimir-Kathedrale ging es zur Andreas-Kirche. Doch genau so interessant wie dieser waren die berühmten Ausstellungen der Straßenkünstler und die Waren diverser anderer Händler. Da wir etwas im Verzug waren, hatten wir leider nur wenig Zeit für einen Bummel.
Unser nächstes Ziel war der Hafen. Mit der Seilbahn, welche Ober- und Unterstadt verbindet, ließen wir uns hinab und erreichten schon bald unser Ziel. Es folgte eine Flussfahrt über den Dnjepr, der nach Wolga und Donau der dritt größte Fluss Europas ist. Während der mehrstündigen Fahrt wurden wir nicht von Delfinschulen, dafür aber von wärmenden Sonnenstrahlen begleitet. Die Schifffahrt war ein voller Erfolg. Es war eine wunderbare Gelegenheit sich mit verschiedenen Leuten aus der Gruppe auszutauschen.
Die Sonne ging langsam unter, als das Schiff wieder andockte. Empfangen wurden wir von unseren Gasteltern, die uns abermals zum Essen mitnahmen. Doch wer jetzt glaubt, danach fuhren wir nach Hause und gingen ins Bett, liegt ziemlich falsch. Es war Samstagabend, Zeit auszugehen. So führte es mich in eine der größten und modernsten Diskotheken Europas, in der auch bei uns bekannte Szene-Größen wie ATB oder Josh Gallahan in dieser Nacht ihre Platten auflegten. Die Atmosphäre war einzigartig. Ich bin noch nie bei einer derartigen Veranstaltung von solcher Größe dabei gewesen. Selbst gegen Mitternacht warteten junge Erwachsene sehnsüchtig darauf in die volle Halle eingelassen zu werden. Mich würde interessieren, wie viele Menschen sich an diesem Abend dort befanden; Ich weiß es leider nicht. Wir feierten bis spät in die Nacht und hatten sehr viel Spaß. Wie lange wir dort geblieben sind, weiß ich leider auch nicht mehr.
An was ich mich jedoch umso besser erinnere, ist der heutige Tag 9, der sich jetzt so langsam seinem Ende zuneigt. Wir fuhren in eine Art „Indoor-Freizeitpark“, den ich „Kinder-Las-Vegas“ taufte. Auch dieser machte einen neuartigen, modernen Eindruck. Die vielen Spielautomaten erinnerten mich an diverse amerikanische Filme. Unter anderem konnte man sich in ein Cockpit setzen und Auto fahren, spürte dabei jede Vibration und hatte selbstverständlich die Pedalen und ein Lenkrad, so wie eine Gangschaltung zur Verfügung. Eine wunderbare Gelegenheit meine wilden „Autofahrfantasien“ auszuleben, von denen ich es bevorzuge im wirklichen Straßenverkehr abzulassen.
Das Highlight in diesem Center war jedoch das „Laser-Game“. Bei diesem Spiel, bei dem man sich selbst und nicht die Recheneinheiten eines Computers betüchtigen musste, bekam man eine futuristisch aussehende Ausrüstung: Eine Weste mit blinkenden Zielsensoren und eine Laserwaffe vervollständigten das Rüstzeug. Wir bildeten mit unseren Austauschpartnern ein Team und spielten gegen eine andere Gruppe. Das Spiel fand in einem verdunkelten Gebäudetrakt statt. Trotz meiner anfänglichen Missverständnisse und Unfähigkeit, bereitete dieses Spiel, bei dem es darum ging auf die Zielsensoren der Gegner (Spieler eines Teams hatten die selbe „blinkende Farbe“) zu treffen und selbst möglichst nicht erwischt zu werden, mir und allen anderen Teilnehmern sehr viel Spaß. Bei einem gemütlichen Abendessen ließ ich den Tag ruhig ausklingen. Müde, trotz des Wochenendes, bereite ich mich vor auf den morgigen Tag.
Auf Wiedersehen aus Kiew,
Daniel K.

Sonntag, 30. August 2009

Halbzeit in Kiew

24.04.09 Tag VII
Halbzeit in Kiew
Auch dieser Tag begann mit dem Besuch einer Unterrichtsstunde (heute Ukrainisch, ich habe nicht viel verstanden) und dem darauf folgendem Frühstück. Danach machte sich die deutsche Austauschhälfte auf, den Zoo von Kiew zu erkunden. Da wir mit den zoologischen Gärten in Köln und Duisburg sehr verwöhnt sind, hatte der Kiewer Zoo nicht wirklich etwas Neues zu bieten. Viele Käfige standen leer, die meisten Tiere waren Vögel und die Gehege vieler Tiere würden zum Großteil nicht den deutschen Tierschutzgesetzen entsprechen. Während den Reinigungsarbeiten in einem Insekten-Käfig wurden wir zudem Zeuge, wie sich viele Schaben und andere Insekten in die Gänge verabschiedeten, daraufhin verließen wir schlagartig das Tropenhaus. Die Höhepunkte waren die Zuckerwatte für umgerechnet 35cent, sowie der Streichelzoo. Letzterer rettete der Gruppe mit der ich unterwegs war mehr oder weniger den Tag, da wir hier die meiste Zeit verbrachten, nachdem wir in kürzester Zeit das gesamte Gelände erkundet hatten. In dem Streichelzoo gab es neben Gänsen, Meerschweinchen, Hasen, Hühnern, einem Esel, einem Schaf und Ziegen vor allem Schweine. Diese launischen Geschöpfe bereiteten uns allen Grund zur Freude, wenn sie uns z.B. von hinten an unser Bein stießen und so provokativ Futter forderten oder anfingen, an unseren Schuhen herum zu knabbern. Neben diesen gezähmten, ja fast kultivierten Lebewesen, die kaum mehr natürliche Scheu zeigten, ließ uns der Zoo tatsächlich ein Stück Wildnis erfahren: Bevor man ein Tier zu Gesicht bekam musste man oft (gefühlte) stundenlange Wanderungen in Kauf nehmen, die vorbei oder direkt durch diverse Grünflächen führten. Auch wirkten viele Trennungen zwischen Mensch und Tier nicht sehr Vertrauens erweckend. Wir fühlten uns bei Nahe, wie echte Abenteurer, als wir den Wölfen Gesicht zu Gesicht gegenüber standen und im Stillen hofften, dass der geringe Bewegungsfreiraum ihre Sprungkraft geschwächt hat. Da kuschelten wir lieber mit dem Esel, der es besonders Oliver angetan hatte und das dringliche Bedürfnis zeigte ständig dessen Anziehsachen in den Mund zu nehmen. Oder aber wir fütterten die mürrischen Schweine.
Schnell verging die Zeit und so machten wir uns nach einem Gruppenfoto zurück in unser Ausgangslager für diese „Safari“, in die Schule. Dort verbrachten wir dann auch den Rest des Tages. Wir folgten der Einladung unserer Gastschule in das von Schülern einstudierte Theaterstück und Meisterwerk Shakespeares „Romeo und Julia“, das jedoch auf Grund der wirklich vielen Gesangs- und Musikeinlagen mehr an ein Musical erinnerte. Es war wohl eine kreative Mischung aus Beidem. Während dem „Theamusical“ durften wir einige wirklich begnadete Schauspieler kennen lernen. Auch einige Eltern nutzten die Gunst der Gelegenheit, um live zu erleben, was ihre Kinder so alles auf die Beine stellen. Übrigens war das Stück auf Englisch.
Nach der Tea-Time und einem weiteren Fußballspiel zusammen mit den Ukrainern trennten sich dann die Wege. Oliver und ich gingen mit unserer Gastfamilie ins Schwimmbad. An dieser Stelle ein kleines Experiment. Was fällt dir als erstes ein, wenn du das Wort Schwimmbad hörst? Spaß, Wasser, Wasserrutschbahnen, Sprungtürme, Liegestühle, vielleicht auch Sonne? Ähnlich ging es uns Beiden auch. Umso verblüffter waren wir, als wir uns auf einmal in einer edlen, schicken Halle mit einem einzigen (natürlich nicht langweilig rechteckig, sondern ansprechend geformten) Schwimmbecken wieder fanden. Ob die Ukrainer wohl so etwas wie Spaßbäder kennen? Da hätten wir auch zu Hause bleiben können. Hätten wir, denn jetzt kommt es noch besser. Wir hatten die Schwimmhalle ganz für uns und nahmen nun an dem privaten Schwimmunterricht unserer beiden Austauschpartner teil. Als ich mir etwa 15min vor Ende einen Krampf in meiner Wade zuzog und die Frage, ob mir kalt sei (ich saß zitternd am Beckenrand) bejahte, kam ich in den Genuss mich in die dazugehörige Sauna setzten zu dürfen, die ich ganz für mich hatte und in der ich auf das Ende des Unterrichts gewartet habe. Anschließend ging es nach Hause, wo wir mit einem schmackhaften Essen empfangen wurden.
Heute ist Halbzeit in Kiew. Genau genommen, befinden wir uns bereits in der zweiten Runde. Ich finde von Tag zu Tag mehr Gefallen an dieser Stadt und auch an diesem Lebensstil. Der Spaßfaktor stieg in den letzten Tagen immer weiter an, ja geradezu exponentiell! Ich kann mittlerweile sehr viel kyrillisch Lesen und werde dieses persönliche Ziel (nach dem Austausch kyrillisch Lesen zu können) nach Ablauf der zweiten Hälfte wohl erreicht haben. Doch jetzt ist erst einmal Wochenende.
Liebe Grüße aus Kiew und genießt die freien Tage!
Daniel K.

Freitag, 28. August 2009

Eine große Stadt ganz klein

23.04.09 Tag VI
Eine große Stadt ganz klein
Heute wurde ich Zeuge eines innovativen Unterrichtskonzepts. Mir wurde die Ehre zu teil, dem Englisch-Unterricht der 10. Klasse beiwohnen zu dürfen. Vorab muss man wissen, dass es in der Schule einen extra „Sprach-lern-Raum“ gibt. Dieser sieht mehr wie ein Computerraum aus, da er mit zahlreichen Computern und den dazugehörigen Headsets, einer Beamereinheit und einem Weltempfängerradio ausgestattet ist. Als ich den Raum betrat, war das erste, was mir auffiel das englische Radio, welches im Hintergrund lief. Der zuständige Lehrer begrüßte mich freundlich und leitete eine Vorstellungs- und Fragerunde für die ukrainische Schüler und mich ein. Am meisten interessierte sie verständlicherweise unsere Schule, von der sie bereits viele Dinge gehört zu haben schienen, die sie jedoch verifizieren wollten (Yes, we have really more than 2000students.).
Anschließend hörten wir (jeder für sich mit seinem Headset) die (aktuellen!) Kindernachrichten der BBC. Dann mussten wir am PC auf einer Word-Vorlage einen Lückentext auszufüllen und Fragen beantworten. Danach gab es wieder eine Diskussionsrunde (es ging vor allem um die momentanen Wahlen in Südafrika), in die jeder Schüler vom Lehrer verwickelt wurde. Sozusagen als Auflockerung sangen wir danach das Lied „You never walk alone“, beschäftigten uns mit einem englischen Lernspiel (natürlich am PC) und wurden danach zum Frühstück in die Pause entlassen. Mir hat diese Unterrichtseinheit sehr gut gefallen. Der Schwerpunkt scheint hier sehr auf dem Verstehen von Englisch, aber auch auf dem Sprechen (von mehr als einem Satz) zu liegen.
Im Anschluss an das Frühstück machten wir uns abermals auf, um gemeinsam das Abenteuer U-Bahn zu bestehen. Geschlossen als Gruppe bahnten wir uns einen Weg durch die Masse, jeder hatte ein Auge auf seinen Nachbarn und ein zweites auf Oliver (er weiß warum ;-) ). Wie Tiere in ihren Höhlen lauerten die Straßenbahnen in den spärlich beleuchteten Katakomben. Und wie Schlangen, die nach Beute schnappen, beschleunigten sie mit einem ungeheuren Tempo und bremsten so abrupt ab, dass sich in unerfahrenen Gruppen, wie wir z.B. eine waren, besonders bei der ersten Anfahrt/Bremsung schnell der Domino-Effekt einstellte. Kein Wunder, dass Damen auf den Bahnstationen beschäftigt waren, deren offensichtliche Aufgabe darin bestand, die Leute hinter die Sicherheitsmarkierung zu verweisen. Eine sinnvolle Maßnahme.
Wie auch immer. Nach dieser Achterbahnfahrt waren wir dann nur noch wenige Schritte von unserem Expeditionsziel entfernt. Möchte man sich in 15Minuten einen Überblick über Kiew und seine bedeutendsten Bauwerke verschaffen, hat man prinzipiell zwei Möglichkeiten: Man kann sich einen Jet mieten und über Kiew düsen, oder man besucht das Miniaturland, in dem man die wichtigsten Monumente sogar aus der Nähe bestaunen kann. Während der kurzen Führung gab es nur wenig Neues zu erfahren. Die Gebäude waren im Vergleich zueinander nicht maßstabsgetreu und auch nicht sehr detailliert. So wurde gespottet, dass selbst die Gebäude im Legoland naturgetreuer seien.
Nach diesem Besuch ging es in die Stadt, wo wir etwas Freizeit hatten, welche von den meisten genutzt wurde, um sich auf das beliebte Fastfood-Restaurant „Zu den goldenen Bögen“ zu stürzen, das hier etwa halb so teuer ist, wie die Kopie in Deutschland. Mit Magenschmerzen geplagt ging es dann zu Fuß zurück zur Schule. Nach dem wohltuenden Verdauungsspaziergang nahmen einige wenige ihr „offizielles“ Mittagessen zu sich.
Nach einer kurzen Mittagspause folgten wir der Einladung zu einem Konzert, das von vielen Schülern verschiedener Jahrgangsstufe vorbereitet war. Von einem sehr jungen Moderator, der uns alle mit seinem „niedlichen“ Deutsch verzauberte, wurden wir durch das Programm geführt. Es war breit gefächert. Es reichte von Coversongs, über Tanzeinlagen, Rockklängen und Gitarrensolos bis hin zu einem kleinen Orchesterstück, das den Abschluss der rundum gelungenen Show bildete. Wir fühlten uns aufgrund des uns gewidmeten Konzerts sehr geehrt und zeigten unsere Begeisterung in tobendem Beifall.
Nach der „Tea-Time“ kamen wir dann noch in den Genuss einer Tennis-Stunde und verließen ausgepowert, aber glücklich um halb 6 das Lyzeum.
Im Anschluss war ich mit meiner Gastfamilie noch bowlen - in einem modernen, schicken Bowlingcenter. Dies bildete den Abschluss eines sonnigen Tages, der mir zu meiner Erkältung, die vermutlich von der Klimaanlage des Hauses stammt, noch einen Sonnenbrand bescherte.
Sonnige Grüße aus Kiew,
Daniel K.

Mittwoch, 26. August 2009

Tag V

22.04.09 Tag V
Der Tag begann in der Schule, wo wir uns alle trafen um das erste Mal den Unterricht zu besuchen. Leider hatten wir nur eine Stunde, in der in meiner Klasse Geografie unterrichtet wurde. Der Geografie-Fachraum war mit zahlreichen Landkarten bestückt und mit einem Beamer ausgestattet, auf dessen Projektionsfläche der Großteil des Unterrichts stattfand. Ohne mich befanden sich in dem Raum gerade einmal sechs Schüler, die alle vom Lehrer in den Unterricht integriert wurden. Um 9Uhr gab es dann, wie es hier an jedem normalen Schultag üblich ist, ein großes, gemeinsames Frühstück mit der ganzen Schule in der Mensa. Danach machte die deutsche Gruppe sich auf, das Höhlenkloster zu besuchen. Eine einzigartige Anlage die zu Recht auf der Liste der UNESCO als Weltkulturerbe ausgeschildert ist. Der Name stammt übrigens von den vielen unterirdischen Trakten, in denen die Mönche zu einer Zeit gelebt haben, als die christliche Religion nicht öffentlich gelebt werden durfte (vgl.: Frühes Christentum in Rom). Nach der Führung machten wir einen Spaziergang durch den Park und kehrten anschließend mit der U-Bahn zurück ins Lyzeum um unser verspätetes Mittagessen einzunehmen. Eigentlich befinde ich mich die ganze Zeit in einem Park. Ein amerikanischer Schriftsteller schrieb einst Folgendes über die Stadt Kiew: „Ich habe schon viele Parks in Städten gesehen, doch dies ist das erste Mal, dass ich eine Stadt im Park sehe“. In der Tat ist die Stadt sehr grün. Auf der Stadtfläche, die sich auf gigantische 839km^2 beläuft, gibt es alleine über zwei Millionen Kastanienbäume, kein Wunder, dass ein blühendes Kastanienblatt das Stadtwappen bildet. Natürlich sind Kastanienbäume nicht die einzigen Pflanzen. Es gibt es eine einzige Straße, die nicht irgendwie begrünt ist und dies hat einen guten Grund: Es war früher die Haupthandelsstraße. Die vielen Bäume verdeckten die Schilder der Geschäfte, weshalb sich eine Szene erhob, deren Anliegen es war die Bäume ab zu holzen, was sie letztendlich durchsetzte.
Ein weiteres Highlight während unserem Ausflug war die „Muttter-Heimat“-Statue, die mit ihrem Sockel sogar die Freiheitsstatue der vereinigten Staaten überragt und aus exklusivem Titan gefertigt ist. Einige Kiewer finden jedoch, dass sie nicht ins Stadtbild passt, weshalb sie umgangssprachlich oft „das Weib“ gerufen wird. Ich empfand sie als weniger störend und sehr imposant.
Den Nachmittag vertrieben wir uns mit einem Tanzworkshop (zur Erinnerung: An der Schule ist eine Tanzlehrerin engagiert, Tanzen zählt als Unterrichtsfach), der von der „Tea-Time“, die wir ebenfalls in der Mensa einnahmen, unterbrochen und anschließend fortgesetzt wurde. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass wir wunderbares Wetter genießen und mit ein bisschen Glück noch die Kastanien-Blüte (von der viele hier schwärmen) miterleben können.
Bis dahin viele Grüße aus Kiew
Daniel K.

Dienstag, 25. August 2009

Eine Schule im Herzen der Stadt

Tag IV 21.04.09
Eine Schule im Herzen der Stadt
Die orthodoxen Osterfeiertage sind vorüber und so kehrt nun langsam wieder der Alltag in das Leben der Ukrainer ein. Dies bedeutete für uns, dass wir nun das erste Mal gemeinsam mit unseren Austauschpartnern das „Lyzeum Grande“, unsere Austauschschule, besuchten. Die Anfahrt dauerte über eine Stunde, was mit der zentralen Lage der Schule im Mittelpunkt Kiews und dem morgendlichen Berufsverkehr zu erklären ist. Wir passierten einen von Security-Peronal überwachten Durchgang und durften zum ersten Mal einen Blick auf die Schule werfen. Sie ist klein. Das war mein erster Eindruck. Ich folgte Andreas (mein Austauschpartner) in seinen Klassenraum. Der Raum war etwas kleiner als unsere Klassenräume im Durchschnitt sind, dafür aber mit Teppichboden und edlem Mobiliar ausgestattet. Besonders die sehr komfortablen Stühle fielen mir ins Auge. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass sich in dem Klassenraum nicht nur ein Computer, sondern auch ein Fernsehgerät mit Spielkonsole, die für die Pausen gedacht ist, befand.
Etwas später, als allmählich alle Deutschen mit ihren Austauschpartnern eingetroffen waren, wurden wir im „Konferenzsaal“ offiziell willkommen geheißen. Wir wurden von der Direktorin, eine sympathische Frau, in Empfang genommen, die uns daraufhin durch das Schulgelände führte. Die Schule hat neben zwei kleineren Sportplätzen einen Tanzsaal (Tanzen zählt hier als offizielles, bewertetes Unterrichtsfach und ist Pflicht), einen Musik-, sowie einen Werkraum. An dieser Stelle ist noch zu ergänzen, dass alle Schüler ein Instrument spielen (von Klavier, über Gitarre bis hin zum Saxophon) und dass je ein Lehrer für jedes Instrument eingestellt ist.
Nach der Schulbesichtigung wurden wir erneut durch die Stadt geführt, leider begleiteten uns dabei nicht alle ukrainischen Austauschschüler. Dennoch war dies eine gute Gelegenheit, um meine in den Tagen davor erworbenen Stadtkenntnisse zu vertiefen und unter Beweis zu stellen. Glücklicherweise lernte ich auch neue Dinge kennen, wie zum Beispiel „the bridge of love“, der eine alte Tradition zu Grunde liegt, die eine glückliche Beziehung für das zukünftige Ehe Dasein eines verlobten Paares bewirken soll. Bei dem Ritual geht die Frau barfüßig über die Brücke. Dann wird ein Schloss an dem Geländer befestigt und der Schlüssel in das Tal darunter geworfen. In der Tat hingen ziemlich viele Schlösser an der Brücke, anscheinend eine beliebte Tradition. Als wir pünktlich zum Mittagessen von unsere Expedition zurückkehrten, staunten wir Deutschen nicht schlecht über die Mensa, die nicht nur von der Ausstattung her an ein Restaurant erinnert, sondern auch exzellentes Essen zu bieten hat. Das Beste: Man lässt sein Geschirr einfach stehen, manch einer von uns wirkte bei der Konfrontation mit dieser Tatsache sichtlich verwirrt.
Nach der Mittagspause, in der ich zusammen mit ein paar Ukrainern Fußball spielte, stand ein Quiz über die Stadt bevor, bei dem es leckere Preise zu gewinnen gab. Direkt im Anschluss wurden drei Gruppen formiert, die jeweils aus Ukrainern und Deutschen bestanden und die die Aufgabe hatten, über diverse Hinweise einen Schatz zu finden. Der Clue: Die Hinweise waren auf Deutsch verfasst. Da wir uns auf dem Gelände jedoch nicht auskannten, mussten wir mit unseren Austauschpartnern kommunizieren und dann gemeinsam überlegen. Dann war es auch schon fast halb 6 – Zeit, die Schule zu verlassen und zu unseren Gastfamilien zurück zu kehren. Besonders bemerkenswert fand ich die Tatsache, dass wir direkt aufgefallen sind. Immer wieder kamen Schüler auf uns zu, stellten sich vor und erprobten ihre Deutschkenntnisse. Auch wurde ich von mir unbekannten Schülern sofort gefragt, ob ich nicht mit ihnen Fußball spielen will. Eine sehr offene Gemeinschaft. Ich bin gespannt, was mich morgen erwartet.
Viele Grüße aus Kiew
Daniel K.

Montag, 24. August 2009

Der Kulturschock – das Aus für meine Kiew-Reise?

20.04.2009, Tag III
Der Kulturschock – das Aus für meine Kiew-Reise?
Endlich ausgeschlafen. Nach einem ausführlichen Frühstück hatte ich etwas Zeit und spielte mit Oliver und den beiden ukrainischen Austauschkindern Fußball in der Gartenanlage. Anschließend stiegen wir wieder in den Bus ein, ließen uns in Richtung Kiew fahren, sammelten unterwegs unseren Reiseführer auf und kamen in den Genuss des zweiten Teils der Stadtrundfahrt. Während wir uns gestern mehr einen groben Überblick verschafft haben, haben wir uns heute viele Dinge aus der Nähe angeschaut. An dieser Stelle muss ich korrigieren, dass Kiew nicht nur über 50, sondern weit mehr Kirchen hat. Die Zahl von gestern bezog sich auf eine Zeit, in der Kiew in etwa 130.000 Einwohner hatte. Heute sind es 3 Millionen. Zu meinen persönlichen Highlights gehörte zweifellos das Sophien-Kloster. Die Anlage ist schon fast 1000 Jahre alt, wurde zwischendurch von den Mongolen erobert und als Stall benutzt, hatte in ihren blühendsten Jahren eine Einnahme von 2,5Millionen Gold-Münzen im Jahr und ist nach wie vor sehr gut erhalten und von einer Schönheit, die weder in Worte noch in einfache Bilder zu fassen ist. Zu den Gold-Münzen: Es kam mir merkwürdig vor, dass Mönche so viel erwirtschaften, doch im Laufe der Zeit hat sich das Kloster viele Ländereien angeeignet, die anscheinend sehr ertragreich waren. Um einen Vergleich zu haben, wie viel eine Goldmünze wert war: Man brauchte drei davon um sich in jener Zeit eine gute Kuh zu kaufen (...). Kein Wunder also, dass sich auf den 13 Kuppeln insgesamt 11kg feinstes Blattgold befinden. Von der unbeschreiblichen Innenausstattung ganz zu schweigen.
Nachdem wir zwischendurch den Patriarchen (vergleichbar mit der Position des Papstes in der kath. Kirche), das Oberhaupt der orthodoxen Kirche, getroffen haben, der sich erstaunlicherweise ziemlich frei ohne jegliches Sicherheitspersonal umher bewegte, besichtigten wir noch viele andere Kirchen und Klöster aus der Nähe und landeten schließlich an einem ziemlich wichtigen, in direkter Nähe des großen Flusses am Rande der botanischen Gärten, die wir dann auch zum Teil auf dem Fußweg erkundeten. Es sei nebenbei bemerkt, dass wenn es eine Kirche gibt, die sich noch bunter und prächtiger als die kath. Kirche zeigt, es nach meinem jetzigen Wissensstand die orthodoxe sein muss. Weil Laufen bekanntlich hungrig macht, wurden wir anschließend abermals Gast eines gepflegten Restaurants, wo wir zu Abend aßen, denn unsere Tour endete nun nach rund fünf Stunden hier im Park.
Fünf Stunden gefüllt mit wissenswerten Informationen, vielen Informationen und Kultur. Um nicht dem berühmt-berüchtigtem Kulturschock zum Opfer zu fallen, bekomme ich von meinem Gastvater eine Unterweisung in verschiedene Kampfkünste. Er selbst ist passionierter Kampfsportler und hat auch ein Gerät, welches die Schlaghärte misst, parat. 150Kg mit der rechten Hand, das hatte ich nicht erwartet. Während mir weitere Techniken gezeigt werden, befindet sich Oliver mit seinem Austauschpartner im hauseigenen Schwimmbad und genießt das warme Wasser.
Es ist erst der dritte Tag und ich finde, dass ich mich bereits sehr gut eingelebt habe. Die Gastfreundschaft ist einzigartig, die Familie selbst auch. Ich könnte keine bessere Wahl getroffen haben, es wird gescherzt, geschmunzelt und gelacht.
Zum Abschluss des Tages gibt es noch eine kleine Portion Eis. Nun bereite ich mich auf den kommenden Tag vor.
In dem Sinne abermals gute Nacht aus Kiew,
Daniel Karthäuser

Sonntag, 23. August 2009

Ganz großes Kino – diesmal in der Oper!

19.04.09 Tag II

Ganz großes Kino – diesmal in der Oper!

Bis spät in die Nacht schrieb ich an meinem ersten Bericht und noch viel länger dauerte es, bis ich endlich einschlafen konnte. Das ungewohnte Bett und die vielen neuen Dinge ließen mich nicht schlafen. Nicht sehr spät widerum war es, als ich aufwachte – leider.

Nachdem ich gestern einfach drauf los geschrieben habe, hier erstmal ein paar Informationen über unseren Austausch: Die Europaschule arbeitet dabei mit einer Privatschule, die sehr exklusiv im Stadtzentrum gelegen ist, zusammen. Hat man nichts zu tun und möchte sich einen Überblick verschaffen, wie viele Schüler diese Schule zu bieten hat, kann ich dies nicht als langfristige Freizeitbeschäftigung empfehlen, da man bei ca. 200 im nüchternem, Drogen freien Zustand schon zu Ende gezählt haben sollte.

Die Schule ist aber nicht nur klein, sondern auch teuer. Da es sich hier um eine Privatschule handelt, liegt es an den Erziehungsberechtigten das Schulgeld aufzubringen. Dies sollte dem ein oder anderen erklären, warum es heute schon wieder Kaviar zum Frühstück gab – diesmal auf Pfannkuchen.

So begann also mein Tag. 6Uhr aufgewacht, drei Stunden die Zeit totgeschlagen, extravagant gefrühstückt, um anschließend in den Genuss einer Stadtführung zu kommen. Unsere Gasteltern hatten einen kleinen Bus, sowie einen deutschsprachigen Führer gemietet. Wir besichtigten ca. zehn der über 50(!) Kirchen aus direkter Nähe, die Regierungsgebäude, diverse Statuen und noch viel mehr. Unser Reiseleiter war gut verständlich, wusste auch auf kritische Nachfragen gute Antworten zu geben und machte auf mich einen sehr positiven Eindruck. Wir wurden mit Informationen überflutet, obwohl er sich auf die wichtigsten Dinge beschränken wollte. Alles behält man nie, aber einige interessante Fakten habe ich mir (bis jetzt) gemerkt.

Die vielen Stunden in denen wir nicht nur Auto fuhren, sondern auch zu Fuß unterwegs waren vergingen schnell und machten hungrig. Nett, dass wir in ein edles, stilechtes Restaurant eingeladen wurden, was mir schon bei Nahe unangenehm war.

Doch das eigentliche Highlight des Tages bestand in dem Besuch des Opernhauses. Ganz unten, in der zweiten Reihe saßen wir und durften über zwei Stunden lang das russisch-/ukrainische National-Ballett mit ihrer Vorführung des berühmten Schwanensee (Swanlake) bestaunen.

So etwas kenne ich nur aus dem Fernsehen, das live aus direkter Nähe zu erleben war eine besondere Ehre. Ich konnte dem Dirigenten, der das Orchester koordinierte, direkt über die Schultern schauen.

Hier trafen wir dann in der Zwischenpause auf Frau Meyer und Herrn Schmidt, sowie ein weiteres deutsches Kind mit ihrer Austauschpartnerin. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Nach diesem Tag bin ich so müde, dass ich gleich mit nahezu an unendlich grenzender Wahrscheinlichkeit gut und sicher schlafen kann.

Gute Nacht aus Kiew,

Daniel K.

Samstag, 22. August 2009

Die Anreise - Über pinke Flugzeuge und andere Katastrophen Tag1

20 Minuten zu früh erreiche ich den örtlichen Bahnhof. Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern, alles weist auf einen wunderbaren Tag hin. Das erste mal durch atmen, nach zwei mehr oder weniger stressigen Tagen. Langsam trödeln auch meine Mitfahrer ein.

Auf Grund der problematischen Tatsache, dass sich ein Reisepass einer Schülerin noch im Fach von Frau Meyer - sprich in der Schule - befand, lag es an Herrn Schmidt die Gruppe mit der Bahn (die natürlich Verspätung hatte) voraus fahren zu lassen und währenddessen sich in das Schulgebäude einzuschleusen und die wichtigen Dokumente in seinen Besitz zu bringen, um anschließend mit dem PKW nachzukommen.

Nach einer unproblematisch verlaufenden Umsteigeaktion in Köln Deutz gab es dann ein mehr oder weniger fröhliches Wiedersehen am Köln-Bonner Flughafen. Nachdem alle die wachsamen Wärter mit ihren piepen- und blinkenden Spielzeugen passiert hatten, das Gepäck vermessen und verwogen war, ging es auch für uns ins Flugzeug. Während ich besonders das Gefühl beim Start und der Landung genoss, über den Wolken im siebten Himmel schwebte und mich von den schicken Stewardessen mit kostenlosem „Orangejuice“ (Wasser mit Zucker und gelber Farbe) und ebenfalls freiem „Kaffee“ (heißes Wasser mit Zucker und brauner Farbe) verwöhnen ließ, machte mein Sitznachbar Gebrauch von den lustigen, weißen Tüten, von denen ich ursprünglich eine aufblasen und anschließend zerplatzen lassen wollte (was ich aus aktuellen politischen Gründen natürlich nicht gewagt hätte. Die Angst vor Terrorismus ist bei vielen Leuten present). Möglicherweise fühlte mein Sitznachbar sich einfach wegen der klatsch-pinken Lackierung des Flugzeugs unwohl, oder wie ich sich in diesem Barbie-Flugzeug in seiner Männlichkeit beschränkt. Das Personal, das noch schneller als eine berüchtigte Viva-Moderatiorin sprach und die Ansagen auf russisch und englisch verkündete (wobei zu bemerken ist, dass das Englisch mit einem starken russischen Akzent durchsetzt war und die Briten es vermutlich für eine neu aufgekommene Fremdsprache halten würden), machte einen sehr routinierten Eindruck. Ja, es wirkte schon bei Nahe gelangweilt!

Wie auch immer: Die zweieinhalb Stunden in der Luft vergingen wahrlich wie im Fluge. In Kiew wurde uns ein eigener Shuttle-Bus zur Verfügung gestellt, da Herr Schmidt es nicht hinnehmen wollte oder konnte, dass seine Herde zerrissen wird. So gelangten wir alle froh, munter und sogar trocken in den Ankunftshallen des Flughafens. Dort warteten wir dann auf unser Gepäck, dass in etwa so pünktlich, wie die deutsche Bahn bei uns eintraf.

Frohen Mutes schritten wir am Zoll vorbei, die Wachmänner konnten uns gerade einmal hinterher sehen, als wir auch schon von einer sympathischen jungen Frau und vielen Kiewer-Kindern in Empfang genommen wurden. Von dort an trennten sich unsere Wege. Ich bin zusammen mit Oliver in einer Familie untergebracht. Am Flughafen wurden wir vom Privatchauffeur in einem mit verdunkelten Fenstern ausgestattetem Mercedes und unseren beiden Austauschpartnern in einen Vorort von Kiew gefahren.

Wir passierten das sich von selbst öffnende Tor und standen vor einer Villa, die wahrscheinlich sogar Dieter Bohlen neidisch machen würde. Nach einem herzlichen Willkommen von den Eltern wurde mir mein eigenes Zimmer gezeigt, dass neben einem Balkon mit einem LCD-Fernseher, einem Bad und einem traumhaften Bett ausgestattet ist. Als „Mitternachtssnack“ gab es dann noch nach Austausch der Gastgeschenke Toastbrot mit Kavier. Es wurde ein bisschen erzählt und nun liege ich auf meinem Bett, bin aufgeregt auf die bevorstehenden Tage und schreibe an diesem Bericht, um die vielen Erfahrungen erst einmal selbst zu verarbeiten.

In dem Sinne gute Nacht, schlaft schön und träumt alle was Süßes!

Viele Grüße aus Kiew,

euer Daniel K.